„ Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird “ — Winston Churchill

Drei Monate Sendepause – was ist denn da los?
Ich hatte euch ja versprochen, dass es dieses Jahr wieder etwas belebter auf meinem  Blog werden sollte. Und tatsächlich habe ich mir einige Projekte überlegt, um euch ein paar feine Bilder und Making Of’s präsentieren zu können. Den Anfang sollte ein Rügentrip zu meinem Geburtstag bilden, von dem ich mir einige schöne Landschaftsaufnahmen und Zeitraffer versprach. Leider kommt es erstens immer anders und zweitens als man denkt. Aber lest selbst.

Ursprünglich sollte es ein schöner kleiner Ausflug werden. Zu Ostern mit den Eltern auf deren Segelboot Rügen erkunden. Ich hatte mich schon seit Wochen auf die Reise gefreut und diverse Bilder im Kopf. Aber schon kurz nach dem Start wurde mir ein Strich durch die Rechnung gemacht.
Nachdem wir Ostern daheim in Brandenburg im trauten Kreis der Familie verbracht hatten, ging es Ostersonntag nach Norden Richtung Kröslin. Zwischen Peenemünde und dem Festland liegt eine kleine idyllische Marina und das Boot meiner Eltern. Auch das Wetter war auf unserer Seite und so ging es zunächst daran den Segler startklar zu machen. Also ab in den Mast, die Lazybags befestigen, das Groß beplanken und die Fock einfädeln. Den Abend ließen wir gemeinsam mit Freunden bei einem gemütlichen Lagerfeuer ausklingen.

Am nächsten Morgen war das Wetter sehr rau und wir etwas unentschlossen. Nach einem langen Frühstück hatten wir Kraft getankt und so überwanden wir uns doch. Also schlüpften alle in ihre warmes Ölzeuge und es konnte losgehen. Entgegen der anfänglichen Zweifel entpuppte sich die Fahrt als äußerst angenehm. Ca. Vier Stunden dauert der Segelturn zu dem kleinen Fischerhafen Baabe. Mit einem Bier in der Hand schaukelt es sich gemütlich lang hin. Hier konnte ich seit langem mal richtig die Seele Baumeln lassen – zumindest bis zum Anlegemanöver. Eigentlich ist das ganze Routine, aber manchmal gerät man doch etwas in Hektik, gerade wenn der Wind von der Seite drückt und der anvisierte Liegeplatz ziemlich eng ist. Um das Boot vor dem Abtreiben zu bewahren, wollte ich einen Satz auf den Steg machen und die Leinen sichern. Doch mit einem Rums glitt ich ab und hing ich plötzlich zwischen Boot und Steg. Schon beim Hochziehen bemerkte ich dass etwas mit der rechten Hand nicht in Ordnung war. Aber wie man so ist, fährt man halt mit Links noch das Anlegemanöver zu Ende ;P

Als alles in trockenen Tüchern war, schaute ich auf mein Handgelenk und das sah gar nicht gut aus. Also ab mit dem Taxi in die Notaufnahme. Die bestätigten dann meine Befürchtung – ein schöner Bruch und zwar gleich ein komplizierter. Mir blieb nichts anderes übrig, als zur OP am nächsten Tag einzuwilligen. Dank des freundlichen Personals und eines kompetenten Chefarztes, ging aber alles reibungslos. So verlies ich nach drei Tagen und mit einer Titanplatte im und einer Schiene um den Arm das Krankenhaus in Bergen. Mit der Dampflock, dem rasenden Roland, ging’s zurück zum Boot und ich versuchte aus dem mir verbliebenen Tag wenigstens noch ein bisschen was zu machen. Daran eine Kamera zu halten, war aber kaum zu denken, geschweige denn auf Fototour zu gehen. Das restliche Wochenende verbrachte ich mit Freunden in Rostock, um wenigsten ein wenig meinen Geburtstag nachzufeiern, den ich ja im Krankenhaus verbringen musste. Anschließend nahm den Zug quer durch Deutschland wieder heim.
Die folgenden zwei Wochen lernte ich, wie eingeschränkt man sein kann, wenn man die rechte Hand nicht zur Verfügung hat. Selbst Schuhe zubinden wird zu einer Herausforderung. Die Maus bediene ich nun mit Links und sogar ein Bisschen schreiben habe ich mit der linken Hand beigebracht. Zum Glück kam die Schiene nach zwei Wochen ab und ich konnte langsam wieder meinen Arbeitsalltag bestreiten. Doch die rechte Hand musste ich 8 Wochen schonen und mithilfe meiner freundlichen Physiotherapeutin langsam die Beweglichkeit wieder herstellen. Und tatsächlich zeigte sich bald Besserung und ich war nach zwei Monaten soweit, die Hand wieder voll belasten zu können und… Bilder zu machen!

Leider wartete schon das nächste Malheur. Zu Herrentag wollte ich endlich mal wieder ein paar lässige Aufnahmen von meinen Jungs machen. Mittlerweile habe ich mir sogar eine kleine Videoausrüstung zugelegt. Aber dazu später mehr.
Schon kurz nach der Ankunft in Brandenburg, passierte es. Ich war gerade angekommen und wollte meinen Fotorucksack packen, da purzelt mir die Kamera aus der Tasche und landet unsanft auf dem Boden. Die Folge war ein Riss im Gehäuse. Zwar funktionierte Sie scheinbar noch, jedoch wollte ich kein Risiko eingehen. Also ab zum Service damit. Eigentlich sind die Jungs und Mädels von Nikon sehr zuverlässig. Aber wie das eben so ist, wenn man die Kamera braucht, dann ist mal eben das nötige Ersatzteil nicht parat. Aus den 7-10 Tagen Reparaturzeit wurde ein Monat. So musste ich eine Hochzeit und leider auch den Sinner & Saint Workshop mit der guten alten D200 bewältigen. Natürlich tut die alte Dame tapfer ihren Dienst. Ärgerlich ist es trotzdem, zumal die D750 nur zwei Tage nach dem Workshop bei mir eintrudelte.
Tja was soll’s. Die gute Nachricht ist, dass wir beide jetzt wieder Instand gesetzt sind und wir nach 3 Monaten Zwangspause endlich wieder loslegen können. Hinzu kommt, dass ich nächste Woche mein erstes eigenes Auto aus Wolfsburg abholen kann. Ihr dürft also gespannt sein. Vor allem auf die Bilder des Workshops. Die gibt es dann beim nächsten Mal.

Grüße,

Felix